Wiederbesiedlung durch Prämonstratenser aus der niederländischen Abtei Berne
Der Hartnäckigkeit des Ortsgeistlichen, Pfarrer Johann Baptist Kugler (1863-1937), ist es zu verdanken, dass in Windberg wieder Prämonstratenser wirken. Es war damit der Orden aufgezogen, der dort vor der Auflösung des Klosters seit dem 12. Jahrhundert wirkte. 120 Jahre nach dem Aus des Klosterlebens in der Säkularisation 1803 kaufte die niederländische Abtei Berne 1923 das Klosterareal für den Orden zurück. 1924 wieder zur Abtei erhoben, begann am 11. Juli desselben Jahres mit dem gemeinsamen Chorgebet die vita regularis.
Die 28 Chorherren der Kanonie Windberg mit ihrem Priorat Roggenburg (Landkreis Neu-Ulm) gedenken im kommenden Jahr des 100. Jahrestages ihrer Wiederbesiedlung mit einem weltlich und geistlich geprägten Festprogramm. Darunter ist die Uraufführung der neuen Norbertus-Messe aus der Feder des früheren Windberger Kirchenmusikers Joachim Schreiber beim Festgottesdienst am 9. Juli.
Windberg ist eine der weltweit knapp hundert Ordensniederlassungen des größten Chorherrenordens der katholischen Kirche. In Deutschland zählen dazu die drei Abteien Speinshart, Windberg und Hamborn, die beiden Priorate Roggenburg und Magdeburg sowie zwei Tertiarengemeinschaften in Hamborn und Sayn.
Nach der Ankunft der niederländischen Patres in Windberg kam auf sie die große und keineswegs einfache Aufgabe des Wiederaufbaus der Anlage zu. In den Jahrzehnten nach der Säkularisation hatte das Kloster schwer unter unterschiedlichen Besitzverhältnissen gelitten. Zuletzt gehörte der Gebäudekomplex samt einer betriebsfähigen Brauerei Josef Hausler, der für den Verkauf 15 000 niederländische Gulden erhielt.
Die Abtei gehört im Klosterdorf über dem Bogenbachtal zu den großen Arbeitgebern. Annähernd 40 Mitarbeiter sind in der Verwaltung, der Jugendbildungsstätte, im hauswirtschaftlichen Bereich und im Klosterladen beschäftigt.
Die Prämonstratenser sind ein ausgesprochener... |