Januar

Auch das Jahr 2021 war von der Corona-Pandemie und deren Bekämpfung geprägt. Der alljährliche Neujahrsempfang entfiel aufgrund des zweiten Lockdowns, der im November begonnen hatte und bis Ende Mai dauern sollte. Auch wenn im Januar die Impfkampagne gestartet wurde, kamen die Impfungen aufgrund mangelnder Impfstofflieferungen nur schleppend voran. Unsere Senioren im Kloster, die zur Risikogruppen gehören, bekamen die erste Impfung Ende Januar/Anfang Februar. Doch im Laufe des Jahres sind bis Mitte des Jahres alle Mitbrüder geimpft worden, so dass wir als Hausgemeinschaft von Windberg bis dato ohne Infektionen durch die Pandemie gekommen sind.

Am 29. Januar setzte Abt Hermann Josef seine Reihe der Recollectionsabende zum Ordensjubiläum für die Klostergemeinschaft fort mit dem Thema „Mit Gott. Von Chorgebet und Altar aus sind wir gesandt!“ Nach der Messe mit der thematischen Ansprache gingen die Mitbrüder in die Stille mit Impulsen und Fragen zur persönlichen Betrachtung.

 

Februar

Nachdem der Impffortschritt auf sich warten lässt und die Inzidenzzahlen steigen bzw. nur sehr langsam sinken, wird der zweite Lockdown bis auf weiteres verlängert. Es ist für viele eine herausfordernde Zeit. Allerdings können unter Wahrung der Hygienekonzepte Gottesdienste gefeiert werden. Sitzungen und Gruppentreffen sind nicht möglich. Die Kommunikation beschränkt sich im Wesentlichen auf Videokonferenzen. Lediglich die Hauskapitel, das Treffen der Hausgemeinschaft, findet präsentisch statt – allerdings im großen Saal der Jugendbildungsstätte, um die Abstände zu wahren.

 

MÄRZ

Wegen des Lockdowns hatten auch alle Bildungshäuser geschlossen, dass wir unsere Konventexerzitien, die vom 8. März bis zum 12. März im Kloster Kostenz unter der Begleitung von Prof. Dr. Hans Georg Gradl aus Trier geplant waren, in das Jahr 2023 verschieben mussten.

 

April

Die Kar- und Ostertage konnten trotz der schwierigen Inzidenzlage zusammen mit der Pfarrgemeinde gefeiert werden, auch wenn größere Familientreffen und Begegnungen nicht möglich waren. Viele der Erstkommunionfeiern in den Pfarreien wurden in den Sommer verlegt, nachdem erst nach den Osterferien – wenn auch mit Einschränkungen – an eine Erstkommunionvorbereitung zu denken war. Erst Ende Mai/Anfang Juni durfte die Jugendbildungsstätte ihre Pforten wieder öffnen und wir konnten nach gut einem halben Jahr wieder Gäste in unserem Haus empfangen.

 

Mai

Am 18. Mai starb P. Johannes Sinot recht schnell und unerwartet im Alter von 82 Jahren. Coronabedingt konnte die Verabschiedung und Beerdigung am Freitag, den 21. Mai, nur mit begrenzter Teilnehmerzahl stattfinden. Als Vertreter der Diözese Regensburg nahm Dompropst Dr. Franz Frühmorgen an der Feier teil. Abt Hermann Josef stellte in seiner Ansprache ausgehend vom Bild des hl. Paulus aus dem Korintherbrief, der uns Menschen als „zerbrechliche Gefäße“ beschreibt, die vom Staub der Erde genommen, dem Boden nahe, angeschlagen und brüchig sind, ein Wort der jüdischen Schriftstellerin Nelly Sachs in den Mittelpunkt: „Die Auferstehungen deiner unsichtbaren Frühlinge sind in Tränen gebadet. Der Himmel übt an dir Zerbrechen. Du bist in der Gnade.“ Wir alle wären so gerne – so der Prediger – stabil und gelassen, souverän, doch unter der glatten Oberfläche habe sich im Laufe des Lebens so vieles angesammelt, was rumort und wehtut: Verletzungen, Enttäuschungen, Selbstmitleid, echte Schuld. Das Leben ist eine offene Baustelle, ewig unabgeschlossen. Im gebrochenen Brot aber sehen wir Christus, der für uns am Kreuz gebrochen wurde, gleichzeitig dürfen wir da den Herrn erkennen, der uns allen zusagt: „Du bist in der Gnade!“

Die für den 21. Mai anberaumte Recollectio wurde wegen der Beerdigung von P. Johannes auf den Herbst verschoben.

 

Juni

Das Hochfest des Heiligen Norbert, das in diesem Jahr auf einen Sonntag fiel, wurde in diesem Jahr in besonderer Weise gefeiert. Im Gedenken an das 900-jährige Gründungsjubiläum des Ordens feierte der Apostolische Nuntius in Deutschland, Dr. Nikola Eterovic, coronbedingt zwei festliche Gottesdienste. Um 9.00 Uhr wurde der Gottesdienst der Pfarrgemeinde von den Kommunionkindern mitgestaltet, die Symbole aus dem Leben des hl. Norbert mit den Fürbitten verbanden. Um 10.30 Uhr feierte die Klostergemeinschaft zusammen mit den Ehrengästen und den Ordensleuten aus der Region ihren Ordensgründer. Im Anschluss an den festlichen Gottesdienst gab es im Freien im kleinen Kreis – aufgrund der Corona-Auflagen – ein „Flying Dinner“.

Die Ausstellung „Der hl. Norbert und die Prämonstratenser“ sollte ursprünglich auch an diesem Tag eröffnet werden, aber aufgrund der Corona-Auflagen haben die Verantwortlichen, P. Thomas und Fr. Raphael, entschieden, die Eröffnung der Ausstellung auf den 9. Juli zu verschieben.

Nach den Pfingstferien begann die diesjährige Reihe der Firmspendungen für P. Thomas und Abt Hermann Josef. Meist waren an einem Firmort zwei bis drei Gottesdienste zu feiern, um die Zahl aller Firmbewerber bewältigen zu können. In diesem Jahr hat es sich so gefügt, dass Abt Hermann Josef als Pfarradministrator von Windberg die Firmbewerber seiner Pfarrgemeinde Windberg und die Firmlingen der Pfarrei St. Nikolaus in Hunderdorf im Auftrag von Bischof Rudolf am 24. und 25. Juni das Sakrament der Firmung in der Pfarrkirche in Hunderdorf spenden durfte. Es waren drei sehr schöne, gut vorbereitete Gottesdienste!

 

Juli

Am Montag, den 5. Juli, fand der alljährliche Kapiteltag in Windberg statt, zu dem alle Mitbrüder aus Roggenburg, Speinshart und Windberg eingeladen waren. Hauptschwerpunkt dieses Treffens waren die Finanzberichte der Provisoren und Verwalter der Häuser und die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf unsere Einrichtungen und Gemeinschaften. Ermutigend war die Grundbotschaft der Ökonomen, dass alle Häuser bis jetzt recht gut durch die Krise gekommen sind. Es bleibt abzuwarten, wie sich das laufende und nachfolgende Jahr entwickelt. Die Mitte des Tages bildete eine gemeinsame Eucharistiefeier, in der Abt Hermann Josef die Tageslesung mit der bekannten Jakobsgeschichte von der Himmelsleiter betrachtete und auslegte. Jakob, der auf der Flucht vor seinem Bruder ist, nimmt in der Nacht einen Stein, legt ihn unter seinen Kopf und schläft darauf ein. Dann hat er einen Traum. Beides, der Stein und der Traum, gehört zusammen: die harte Wirklichkeit unterm Kopf als „Kopfkissen“ und die Vision der Himmelsleiter. Und die steht, das wird ausdrücklich betont, auf der Erde, sie hängt nicht in der Luft. Es kommt alles darauf an, diese außerordentliche Spannung zwischen Stein und Vision auszuhalten und durchzuhalten, dass der Stein die Vision nicht erdrückt und die Vision den Stein nicht verflüchtigt. Das gelte auch für unsere derzeitige Situation als Kirche und Ordensgemeinschaften – so Abt Hermann Josef. Es seien harte und schwere Zeiten für geistliche Berufe, für unseren Lebensentwurf der evangelischen Räte. Sie belasten uns und unsere tägliche Arbeit als Seelsorger. Gleichzeitig ist da die Vision von der Himmelsleiter. Auch Ordensleute bräuchten Visionen – gerade in Krisenzeiten. Auch sie brauchen den Blick nach oben. Sie brauchen einen Ort, wo sie sich stärken und ermutigen lassen dürfen, wo sie Gottes Segen und Nähe spüren. Vielleicht war der diesjährige Kapiteltag eine solche Gelegenheit der Ermutigung und Bestärkung.

Am Gedenktag der heiligen Prämonstratensermärtyrer Adrian und Jakob wurde die Jubiläumsausstellung „Der hl. Norbert und die Prämonstratenser“ am Freitag, den 9. Juli, eröffnet, die P. Thomas und Fr. Raphael in monatelanger Arbeit in der ehemaligen Prälatur vorbereitet hatten. Unzählige Abbildungen, Bilder und Grafiken des hl. Norbert und zahlreicher Ordensheiligen sind zusammengetragen worden. Nach der Vesper in der Pfarr- und Klosterkirche hielt P. Thomas einen kurzen Vortrag, danach führte er mit Fr. Raphael den kleinen Kreis geladener Gäste durch die Ausstellung. Die Eröffnung klang aus mit einem kleinen Stehempfang.

 

August

Am 5. August begingen unsere beiden Senioren, P. Ephrem und P. Wolfgang, ihr 65-jähriges Priesterjubiläum. Nachdem P. Ephrem nicht eigens feiern wollte, feierte P. Martin als Dekan und Festprediger mit P. Wolfgang in der Pfarr-und Klosterkirche Windberg einen Gottesdienst mit einem kleinen Kreis geladener Gäste aus der Pfarrei Hunderdorf, deren Pfarrer er von 1993 bis 2005 war. P. Martin ging in seiner Ansprache von dem Satz aus, der bei der Priesterweihe jedem Kandidaten zugesprochen wird: „Die Priester sind aus dem Volk genommen und für das Volk Gottes bestimmt“. Womit er deutlich machte, dass auch Priester ganz normale Menschen seien. Er dankte ihm für sein Dasein als Mensch, als Christ und als Priester. Doch auch P. Ephrem konnte sich letztlich den Glückwünschen der Windberger nicht gänzlich entziehen. Etliche Tage nach seinem Jubiläum durfte er sich im Kreis des Bürgermeisters Helmut Haimerl, des Altbürgermeisters Johann Gstettenbauer und der Kirchenpflegerin Eva Feldmeier in das goldene Buch der Gemeinde eintragen.

Zum wiederholten Male, in diesem Jahr auch wegen des 900-jährigen Ordensjubiläums, wurde der Gottesdienst zum Patrozinium der Pfarr- und Klosterkirche am Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel, am 15. August, um 10.00 Uhr live vom BR übertragen. Ca. 162.000 Menschen verfolgten über das Fernsehen oder Internet den festlichen Gottesdienst mit Kräutersegnung. Vor allem die eigens gestalteten Fürbitten mit Kräutersegnung fand bei den Mitfeiernden großen Anklang. Allen Beteiligten sei an dieser Stelle nochmals ein herzliches Vergelt´s Gott gesagt!

Am 20. August ging für P. Honest seine Zeit bei uns in Windberg zu Ende. Nach fast einjähriger Kennenlernphase der Kirche in Deutschland, im Dekanat Bogenberg-Pondorf, vor allem in Hunderdorf und Pilgramsberg, ging nun sein Flug zurück in seine Heimat Tanzania am Kilimandscharo. Die Pfarreien Hunderdorf und Pilgramsberg verabschiedeten ihn in eigenen Gottesdiensten. Als Klostergemeinschaft saßen wir am Vorabend seiner Abreise in gemütlicher Runde zusammen und wünschten ihm alles Gute und Gottes Segen für seine neue Aufgabe in Tanzania.



September

Ganz eng mit der Geschichte des Klosters Windberg verbunden sind der Ort St. Englmar und die Verehrung des seligen Englmar. Aus der Legende über den seligen Einsiedler Englmar hat sich der uralte Brauch des Englmarisuchens entwickelt, der sich bis heute erhalten hat und jedes Jahr am Pfingstmontag viele Besucher aus nah und fern nach St. Englmar zieht. Aus diesem Grund wurde das Englmarisuchen nach dem UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes in das Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die vom Bayerischen Staatsminister für Finanzen und Heimat, Albert Füracker MdL, ursprünglich schon im Jahr 2020 ausgestellte Urkunde, wurde coronabedingt erst in diesem Jahr von ihm persönlich in St. Englmar überreicht. Im Kreis von Bürgermeister Anton Piermeier, dem Ortspfarrer P. Simeon, MdL Josef Zellmeier, MdB Alois Rainer und weiteren Ehrengästen fand in St. Englmar eine kleine Feier statt, in der P. Simeon auch die Geschichte des Englmarisuchens im Kreis der Darsteller und Gäste erläuterte.

Nachdem die Einschränkungen durch die Coronaregelungen etwas gelockert wurden, konnten wir wieder fast wie gewohnt das Patrozinium unserer Heilig-Kreuz-Kirche feiern. Bei schönem Herbstwetter fand am Sonntag, den 12. September, der festliche Gottesdienst draußen vor der Kirche statt und anschließend wurden mit dem Kreuzpartikel in einer Prozession die Fluren gesegnet und zum letzten Mal der Wettersegen erteilt.

 

Oktober

Auf Einladung der Direktorin des Freilichtmuseums Veßra, Frau Dr. Claudia Krahnert, und ihres Mitarbeiters Dr. Patrick Melber machten sich einige Mitbrüder am Montag, 4. Oktober, auf den Weg in das ehemalige Prämonstratenserkloster Veßra im fränkischen Teil von Thüringen. Zum 900-jährigen Jubiläum des Ordens haben die Verantwortlichen dort eine eigene Ausstellung zusammengestellt, u.a. auch mit Ausstellungsstücken aus Windberg und Roggenburg. Frau Dr. Krahnert und Herr Dr. Melber führten die Mitbrüder mit großer Begeisterung durch die Ausstellung und das Klosterarreal und erläuterten so auch ihr Austellungskonzept. Nach dem Mittagessen im Klostercafé, das die Mitarbeiter eigens für ihre Gäste zubereitet hatten, und einem gemeinsamen lebendigen und interessanten Austausch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Museums zum Klosterleben heute, machten sich die Mitbrüder wieder auf den Heimweg nach Windberg. Unterwegs ließen sie den Tag bei einer Einkehr in Regensburg ausklingen.

Coronabedingt konnte die Diakonenweihe von Fr. Franziskus im Kloster Roggenburg nur in einem überschaubaren Rahmen stattfinden. Abt Hermann Josef nahm als Vertreter der Abtei Windberg an der Feier am Donnerstag, den 14. Oktober, teil, in der Bischof Bertram Meier unserem Mitbruder die Weihe erteilte.

 

November

Das Kirchenjahr in diesem Jubiläumsjahr beschloss die Gemeinschaft mit einer Recollectio am Freitag, den 19. November. Abt Hermann Josef gab den Mitbrüdern einige Impulse mit in den stillen Abend zum Thema: „Bei den Menschen – zu jedem guten Werk bereit“. Dabei stellte er heraus, dass unsere Klöster und Gemeinschaften nicht auf sich bezogen leben dürfen, sondern dass wir als Prämonstratenser dorthin gehen sollen, wo die Menschen leben. Bei aller Aktivität und allem Einsatz für die Menschen müsse allerdings der Seelsorger auch auf sich selbst achten.

 

Dezember

Bei Redaktionsschluss blieb noch offen, ob unter den diesjährigen Coronaregelungen eine Hausgemeinschaftsfeier mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern abgehalten werden kann. Fest geplant war die übliche Feier am Mittwoch, 22. Dezember, mit einer Vesper und der Ansprache des Abtes, sowie einem anschließenden gemütlichen Beisammensein mit Dankesworten von Provisor und Klosterverwalter.

In diesem Jubiläumsjahr soll außerdem das Weihnachtsfest besonders gefeiert werden. Im Kreis des Konventes wird Abt Hermann Josef am Heilig-Abend in seiner Ansprache an die Mitbrüder besonders auf die Profess des hl. Norbert eingehen, die er in Prémontré mit seinem Gefährten am Weihnachtstag vor 900 Jahren abgelegt hat. Darüber hinaus wird das festliche Hochamt am 25. Dezember in diesem Jahr mit der eigens einstudierten „Pastoralmesse in G“ von C. Mawby musikalisch vom Windberger Abteichor gestaltet werden.

Trotz mancher Einschränkungen durch Corona auch in diesem Jahr 2021 haben wir das Beste daraus gemacht. Auch wenn dieses Jahr wieder von Unsicherheit und Unplanbarkeit geprägt war, so dürfen wir Zuversicht haben und dankbar sein, dass wir bis jetzt die Krise so gut überstanden haben.

Wir wissen nicht, was das neue Jahr bringt. Aber wir wissen, dass es jeden Tag Gelegenheit bietet, Gutes zu tun und gütig zu sein (Alfred Kardinal Bengsch).

 


 

Kloster Windberg | Imagefilm 2022
"Die Prämonstratenser
von Windberg" | Film

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