Kanonisierte Heilige und Selige des Prämonstratenserordens: PDF zum Herunterladen

Heiliger Gottfried, 14. Januar

GOTTFRIED von Cappenberg, westfälischer Graf und Prämonstratenser, * um 1096, † 13.1. 1127 in Ilbenstadt bei Friedberg (Oberhessen). - Die Cappenberger Grafen gehörten zu den angesehensten, reichsten und mächtigsten Herren des Landes. Nach vielerlei kriegerischer Auseinandersetzungen gaben sie ihr weltliches Leben auf und wandelten ihre Burg in ein Kloster um. Gegen den äußersten Widerstand seines Schwiegervaters, des Grafen Friedrich von Arnsberg, schenkte Gottfried im Einvernehmen mit seinem jüngeren Bruder Otto im Spätherbst 1121 Norbert von Xanten seinen ganzen Grundbesitz, um darauf drei Prämonstratenserstifte für Männer und Frauen in Cappenberg, Ilbenstadt und Varlar, später noch ein Frauenstift in Averndorp zu errichten. Drei Jahre später wurden Gottfried und sein Bruder Prämonstratenser. Seine Gattin Jutta und seine Schwestern Godberga und Beatrix traten in das mit der Propstei Cappenberg verbundene Frauenstift ein.

Attribute: Kirchenmodell, Krone, Totenkopf, Brottopf

Heiliger Friedrich, 4. Februar

FRIEDRICH, Abt von Mariengaarde, † 3. März 1175. Friedrich war Sohn einer armen Witwe aus Hallum in Friesland. Schon früh erkannte man seine Berufung zum Priester, so dass der Pfarrer ihm Unterricht in Latein erteilte, bis er schließlich das Studium der Heiligen Schrift in Münster aufnahm. Sein Ziel war es, in Hallum ein Krankenhaus und ein Kloster zu gründen. Nachdem er einige Zeit bei den Prämonstratensern in Marienweerd gelebt hatte, um das klösterliche Leben einzuüben, sammelte er einige Gefährten um sich und gründete mit ihnen zusammen 1163/64 das Kloster Mariengaarde. Zunächst lebten dort Männer und Frauen gemeinsam, doch zogen die Prämonstratenserinnen später nach Betlehem um. Friedrich blieb Pfarrer von Hallum, außerdem wurde er Rektor seiner Mitschwestern in Betlehem. Dort erkrankte er, zelebrierte in Hallum seine letzte Heilige Messe, dann starb er seinem Kloster. Über Friedrichs Grab sollen sich viele Wunder ereignet haben.

Attribute: Kirchenmodell, Abtsstab

Seliger Hugo von Fosses, 10. Februar

HUGO von FOSSES, erster Abt von Prémontré * wahrscheinlich 1093, † 10.2. 1164. – Hugo, im Kloster Fosses erzogen, wurde zunächst Kaplan des Bischofs Burchard von Cambrai, und war Mitglied des Kapitels der Kathedrale. Das ihm von König Ludwig angebotene Bistum Chartres lehnte er ab und schloss sich 1119 dem heiligen Norbert an. Hugo wurde zum Organisator der Gemeinschaft und 1128 Norberts Nachfolger in Prémontré, nach Norberts Tod 1134 auch Generalabt des Ordens. Unter seiner Leitung wuchs der Orden schnell und breitete sich aus, sodass es zu seinen Lebzeiten bereits 120 Klöster gab. 38 Jahre lang war er der Vater seiner Gemeinschaft und der Garant der Einheit des Ordens. Er verstarb am 10. Februar 1164 und wurde in der Abteikirche beigesetzt.
Heute ruhen seine Gebeine in einer Kapelle des Klosters Bois-Seigneur-Isaac in Belgien.

Attribute: Kirchenmodell, Abtsstab, Kelch

Heiliger Evermod, 17. Februar

EVERMOD, Bischof von Ratzeburg, * um 1100 in Belgien, † 17. Februar 1178 schloss sich 1120 Norbert von Xanten an und wurde einer seiner treuesten Schüler. 1131 gründete Norbert das Prämonstratenser-Kloster Gottesgnaden auf einer Insel in der Saale nahe Calbe, südlich von Magdeburg. Evermod bekam dort wichtige Klosterämter übertragen und wurde schließlich Propst in Gottesgnaden, dann im Prämonstratenserkloster in Magdeburg. Er gründete vier neue Klöster in Havelberg, Jerichow, Quedlinburg und Pöhlde. 1154 wurde er erster Bischof des neu gegründeten Bistums Ratzeburg. Das dortige Domkapitel wandelte er in ein Prämonstratenser-Kloster um, in der Umgebung wirkte er beim Wendenstamm der Polaben als Glaubensbote, weshalb er auch "Apostel der Wenden" genannt wird. In Ratzeburg begann er um 1165 mit dem Bau des Domes und legte damit den Grundstein für die spätere Stadt. Evermods Gebeine befinden sich im Dom zu Ratzeburg.

Attribute: Bischofsornat, Weihwasserpinsel

Heiliger Ludolph, 26. April

LUDOLPH, Märtyrer, Bischof von Ratzeburg, * in Sachsen, † 29. März 1250 in Wismar war Prämonstratenser und Mitbegründer des Benediktiner-innen-Klosters Rhena in Mecklenburg. 1236 wurde er Bischof von Ratzeburg. Gegen Herzog Albrecht von Lauenburg verteidigte er das Bischofsgut, wurde aber gefangen genommen und starb nach Foltern und langer Haft.
Ludolph wir als Märtyrer für die Freiheit der Kirche geschätzt.

Attribute: Bischofsornat, Kettennach oben

Heiliger Hermann-Joseph, 21. Mai
HERMANN-JOSEPH, * um 1150 in Köln, † 7.4 April 1241 in Hoven in der Eifel, entstammte einer verarmten Kölner Bürgerfamilie und trat ins Kloster Steinfeld ein. Weil er ob der vielen Arbeit nicht mehr genug Zeit zum Gebet hatte, wandte er sich betend an Maria, die ihm antwortete, der Dienst an den Brüdern im Kloster sei das Angenehmste, was er zu tun habe.
Hermann wurden mystische Erfahrungen zuteil, so die mystische Vermählung mit der Gottesmutter Maria, was ihm den Beinamen "Joseph" eintrug.
Einen Höhepunkt erlebte sein Kult in der Romantik.

Attribute: vor der Gottesmutter kniend, Jesuskind, Lilie, Apfel

Heiliger Isfried, 15. Juni

ISFRIED, Bischof von Ratzeburg, † 15.6. 1204. - im Jahr 1159 wurde Isfried Probst im Kloster Jerichow bei Berlin. Nach dem Tod des hl. Evermond, Bischof von Ratzeburg, wurde Isfried als dessen Nachfolger vorgeschlagen. Durch Wahlstreitigkeiten trat eine zweijährige Sedisvakanz ein. Erst 1180 gelang es Heinrich dem Löwen, den Bischofsstuhl mit dem ihm treu verbundenen Isfried zu besetzen. Selbst nach der Absetzung Heinrichs gelobte Isfried ihm die Gefolgschaft. Nach der Teilung Sachsens verlangte der Herzog von Askanien von Isfried unter Gewaltandrohung den Lehnseid. Isfried verweigerte die Huldigung mit den Worten, dass er bereits Heinrich einen Eid gegeben habe. Ihm stand der Ratzeburger Bischof bis zuletzt bei. Isfried kam nach Braunschweig, um Heinrich die Beichte abzunehmen, er erteilte ihm die Absolution und gab ihm die Sterbesakramente. – Isfried trat für einen verbesserten Aufbau in seiner Diözese ein; er gründete neue Kolonien im Wendenland und baute die Beziehungen zum Orden aus.

Attribute: Bischofsornat, Buch

Heiliger Adrian, 9. Juli

ADRIAN Jansen, Märtyrer, * 1529 in Hilvarenbeek, † 9. Juli 1572 in Briel in den Niederlanden, trat mit 15 Jahren in die Prämonstratenserabtei Middelburg ein. Er wirkte als Novizenmeister und Kaplan, 1560 wurde er Pfarrer in Agterkerke und 1572 Pfarrer von Monster. 1572 überfielen reformierte Anhänger von Calvin - die "Geusen" - unter anderem den Pfarrhof und verschleppten Adrian und seinen Mitbruder Jakob Lacoupe, der als Kaplan in Monster wirkte. Dasselbe Schicksal erlitten auch ein Dominikaner, elf Franziskaner, ein Augustiner und vier Weltpriester; sie mussten unter Schlägen, Beleidigungen und dem Geschrei der Menge durch die Straßen gehen, sich strengen Verhören unterziehen, sie wurden misshandelt und grausam gefoltert, schließlich nach Briel gebracht und erhängt.

Attribute: Kreuz, Galgen, Ohren und Nase auf einem Teller

Heiliger Jakob, 9. Juli

JAKOB Lacoupe, Märtyrer, * 1542 in Oudenaarde, † 9. Juli 1572 in Briel in den Niederlanden, trat in die Abtei Middelburg ein. 1566 trat er zur Reformation über, wurde protestantischer Pastor und schrieb ein Pamphlet gegen die katholische Kirche. Von seinem Vater und seinem Bruder, der ebenfalls Prämonstratenser in Middelburg war, wurde er aber wieder zur Rückkehr in die katholische Kirche und in sein Kloster bewogen. Der Abt ernannte ihn dann zum Kaplan in Monster, wo Adrian Jansen als Pfarrer wirkte. 1572 überfielen reformierte Anhänger von Calvin - die "Geusen" - unter anderem den Pfarrhof und verschleppten Jakob und seinen Mitbruder Adrian. Dasselbe Schicksal erlitten auch ein Dominikaner, elf Franziskaner, ein Augustiner und vier Weltpriester; sie mussten unter Schlägen, Beleidigungen und dem Geschrei der Menge durch die Straßen gehen, sich strengen Verhören unterziehen, sie wurden misshandelt und grausam gefoltert, schließlich nach Briel gebracht und erhängt.

Attribute: Kreuz, Galgen, Ohren und Nase auf einem Teller

Seliger Hroznata, 14. Juli

HROZNATA, Märtyrer, * um 1170 in Hroznetin in Tschechien, † 14. Juli 1217 bei Eger, dem heutigen Cheb in Tschechien; gründete, nachdem seine Frau und sein Kind gestorben waren, das Prämonstratenserstift Tepl in Westböhmen, in das er selbst als Laienbruder eintrat. Bei einer Reise in seine Heimatstadt wurde er von Raubrittern gefangengenommen und eingekerkert. Weil er das Lösegeld, das die Abtei für ihn zahlen wollte ablehnte, ließ man ihn verhungern.
Hroznata wurde zum Patron der Diözese Pilsen erwählt. Seit September 2004 läuft sein Heiligsprechungsprozess.

Selige Gertrud, 13. August

GERTRUD, * 29. September 1227 in Thüringen, † 13. August 1297 in Altenberg in Hessen, war die Tochter der Elisabeth von Thüringen. Als sie zwei Jahre alt war, kam sie ins Prämonstratenserinnen-Kloster in Altenberg, wo sie später Nonne wurde, die sich durch die Gabe der Weissagung und durch wundersame Taten auszeichnete. Im älltäglichen Leben kümmerte sich Gertrud im Hospital und im Kloster um die Nöte der Ärmsten. Sie empfing die Gnade, verfeindete Menschen wieder zu versöhnen.

Attribute: Kreuz, Lilie

Selige Bronislawa, 30. August

BRONISLAWA, * 1203 auf dem oberschlesischem Landgut Kamien, † 29. August 1259 in Zwierzyniec bei Kraków, trat mit 16 Jahren ins Prämonstratenserinnen-Kloster Zwierzyniec bei Kraków ein. In ihrer tiefen Frömmigkeit verehrte sie das Kreuz Jesu, betrachtete seine Passion, betete oft und innig. Als Kraków 1241 von den Tataren und zudem von der Pest heimgesucht wurde, war sie vielen Menschen eine Trösterin; sie zog sich aber auch immer wieder in die Einsamkeit zum Gebet zurück. Bronislawa wurde in der Klosterkirche von Zwierzyniec beigesetzt.

Attribute: als Betende vor Jesus, der sie auf sein Kreuz hinweist

Seliger Jakob Kern, 20. Oktober

JAKOB KERN, * 11. April 1897 in Wien, † 20. Oktober 1924, war als Soldat mit 19 Jahren in den Kämpfen des 1. Weltkrieges in Italien schwer verwundet worden. Nach dem Krieg trat er als Sühne für einen abtrünnig gewordenen tschechischen Prämonstratenser ins Kloster Geras ein und nahm den Namen Jakob an. 1922 wurde er in Wien zum Priester geweiht und war als Seelsorger tätig, starb aber alsbald an den Folgen seiner Kriegsverletzungen am Tag seiner geplanten Ewigen Profess. Am 26. September 1956 wurden Kerns Gebeine in die Stiftskirche in Geras übertragen.

Heiliger Gilbert, 26. Oktober

GILBERT, Abt, Ritter und Kreuzfahrer, * um 1076, † 6.6. 1152, war Kreuzfahrer unter König Ludwig VII. Er gründete nach 1150 das Prämonstratenser-Frauenkloster Aubeterre, dessen erste Vorsteherinnen seine Gemahlin Petronella und seine Tochter Pontia waren, und das Herrenstift Neuffontaines (Neuffon), als dessen Abt er wirkte. Nach dem Vorbild des hl. Norbert errichtete er ein Hospital, das wegen der Wunder, die sich dort ereigneten, schnell bekannt wurde.

Attribute: Abtsstab, Klostermodell

Heiliger Siard, 14. November

SIARD, Abt, † 1230, stammte aus einer friesischen Adelsfamilie und studierte in der Klosterschule von Mariengaarde. Hier bat er um das Jahr 1175 um die Aufnahme ins Noviziat. Nach 20 Jahren Ordensleben wurde er dort zum 5. Abt des Klosters gewählt. In außergewöhnlicher Demut vermied er alles, was über das wirklich Notwendige hinausging. So führte er als guter Leiter sein Kloster sowohl auf materiellem wie spirituellem Gebiet. Siard nahm sich stets der Armen an und hatte das Charisma, Hass zu besänftigen und streitende Parteien wieder zu versöhnen.

Attribute: Abtsstab, Brot, Kreuz
    

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